Wie alles begann

Ich fotografiere schon seit vielen Jahren. Erst mit einer analogen und dann ab 2001 mit einer digitalen Kamera, die ich bis heute benutze. Die meisten Bilder sind dabei in Urlauben entstanden.

Mich haben immer schon Details interessiert. Mit der digitalen Kamera hatte ich nun ein Werkzeug, um im Makrobereich zu fotografieren. Die Kamera macht in diesem Bereich Dinge sichtbar, die das menschliche Auge nicht mehr richtig scharf stellen kann.

Zu den Pflanzen bin ich so richtig im Juli 2006 gekommen. Damals habe ich auf dem Weg in den Urlaub am Rastplatz „Spessart“ an der A3 auf der Wiese gelegen und durch die Grashalme geschaut. Vor mir stand ein aufblühender Wiesen-Klee. Ich habe meine Kamera genommen und diese kleine Pflanze fotografiert.

Nach meinem Urlaub war ich begeistert am Monitor meines Rechners zu sehen, wie wunderschön ein Wiesen-Klee ist. Diese Schönheit konnte ich mit meinen Augen auf der Wiese nicht direkt erkennen. Erst das Foto hat diese Schönheit sichtbar gemacht. Es ist wunderbar zu sehen wie grazil diese kleine Pflanze, eigentlich Futterpflanze, ist. Ich habe mir das Bild gerahmt und an die Wand gehängt.

Seit her habe ich mit meiner Kamera immer wieder Pflanzen ganz nah aufgenommen, um dann auf dem Monitor die wunderbaren Strukturen, Details, Farben und Formen zu sehen. Für mich tat sich eine ganz neue Welt auf.

Nach und nach fiel meine Aufmerksamkeit immer mehr auf ganz kleine Pflanzen. Teilweise sind die Blüten nicht größer als ein Daumennagel. Oft waren es Pflanzen, die wir im Volksmund als „Un“kraut bezeichnen.

Dazu habe ich einen Satz von Sebastian Kneipp gefunden:

„Gegen das, was man im Überfluss hat wird man gleichgültig; daher kommt es, dass viele hundert Pflanzen und Kräuter für wertlose Unkräuter gehalten werden, anstatt das man sie beachtet, bewundert und gebraucht.“

Ein weiterer Teil meiner fotografischen Tätigkeit in der Natur ist die Lichtmalerei mit Pflanzen. Obwohl diese Fototechnik in den einschlägigen Fachkreis (Stichwort: Lichtmalerei im Internet) schon lange bekannt ist, entdeckte ich diesen Aspekt für mich durch einen Zufall. Auf der Suche nach neuen Makrodetails habe ich aus Versehen die Kamera bewegt. Das Bild, was dadurch entstand, zeigte die Natur in einer neuen Weise. Die wunderbaren Farben und Formen der Pflanzen ließen einmalige abstrakte Lichtbilder entstehen.

Die Botschaft

Mit meinen Bildern möchte ich dazu anregen die Natur und insbesondere die schönen kleinen RAND ERSCHEINUNG(en) mehr in den Fokus zu nehmen.

Ein Zitat aus dem Buch „Alles fühlt“ (Umschlagseite) von Andreas Weber bringt es nach meiner Ansicht auf den Punkt:

„Tiere und Pflanzen sind inniger mit uns verwandt, als wir jemals vermutet hätten. An ihnen erfahren wir zentrale Dimensionen unserer Gefühle. Daraus ergibt sich eine brisante Erkenntnis: Nur wenn wir die Natur bewahren, werden wir unsere eigene Humanität und Freiheit retten können.“

Mein Blick hat sich seit ich mit der Kamera nah heran gehe verändert, ich sehe genauer hin und bin mit Achtsamkeit für die schönen, oft kleinen, Erscheinungen der Natur unterwegs.

Ich wünsche allen beim Betrachten der Bilder viel Spaß!